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Ausweichregeln

Auf dem Wasser gibt es keine Ampeln, aber klare Regeln. Die internationalen Kollisionsverhütungsregeln (KVR) legen fest, wer ausweicht und wer Kurs und Geschwindigkeit hält.

Die Grundsätze

  • Jeder ist zu ständigem Ausguck verpflichtet, mit Augen und Ohren.
  • Wer ausweicht, tut es früh und deutlich, damit der andere es sieht.
  • Wer Vorfahrt hat, hält Kurs und Geschwindigkeit, muss aber trotzdem handeln, wenn der andere nicht ausweicht.
  • Bleibt die Peilung zu einem anderen Fahrzeug gleich und der Abstand wird kleiner, besteht Kollisionsgefahr.

Segler untereinander

  1. Haben beide den Wind von verschiedenen Seiten, weicht der mit Wind von Backbord aus.
  2. Haben beide den Wind von derselben Seite, weicht der Luvwärtige dem Leewärtigen aus.
  3. Wer überholt, weicht immer aus, egal ob Segler oder Motorboot.

Maschinenfahrzeuge

  • Entgegenkommend: Beide weichen nach Steuerbord aus und passieren sich Backbord an Backbord.
  • Kreuzend: Wer den anderen an seiner Steuerbordseite hat, weicht aus.
  • Ein Segelboot unter Motor ist ein Maschinenfahrzeug, auch wenn die Segel oben sind.

Rangfolge und Schallsignale

Grundsätzlich weicht ein Maschinenfahrzeug einem Segler aus. Der Segler wiederum weicht Fischern, manövrierbehinderten und manövrierunfähigen Fahrzeugen aus. In engen Fahrwassern und Verkehrstrennungsgebieten dürfen Segler die Berufsschifffahrt nicht behindern.

1 × kurz
Ich ändere meinen Kurs nach Steuerbord.
2 × kurz
Ich ändere meinen Kurs nach Backbord.
3 × kurz
Meine Maschine geht rückwärts.
5 × kurz
Ich verstehe Ihre Absicht nicht (Zweifel).

Aus meiner Praxis

Die Regeln sind klar, im Hafengewimmel zählt aber vor allem eines: früh und deutlich zeigen, was man vorhat. Eine klare Kursänderung ist besser als zehn kleine. Und im Zweifel weiche ich lieber einmal zu viel aus.

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