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Leinen und Tauwerk

An Bord gibt es kein „Seil“, sondern Leinen, Schoten, Fallen und Festmacher. Wer sie richtig behandelt, hat weniger Salat im Cockpit und mehr Sicherheit beim Manöver.

Materialien

Polyester
Der Standard für Schoten und Fallen: reckarm, griffig, UV-beständig.
Polyamid (Nylon)
Dehnt sich stark und federt Rucke ab, ideal für Festmacher und Ankerleinen.
Dyneema
Extrem fest und kaum dehnbar, für Fallen und Regatta. Rutscht aber leicht auf der Winsch.
Polypropylen
Schwimmt, deshalb gut für Rettungsleinen und Schwimmleinen.

Belegen auf Klampe und Winsch

Klampe: einmal ganz um den Fuß, dann zwei bis drei Kreuzschläge und zum Schluss ein Kopfschlag (die Leine unter sich selbst durchgesteckt). Fertig. Mehr Schläge halten nicht besser, sie verklemmen nur.

Winsch: Die Leine immer im Uhrzeigersinn auflegen, unter Last drei bis vier Törns. Hände weg von der Trommel, wenn die Leine rutscht.

Aufschießen und Werfen

Leinen werden in gleichmäßigen Buchten aufgeschossen, damit sie beim nächsten Einsatz nicht verknoten. Beim Werfen die Hälfte der Buchten in die Wurfhand, den Rest in die andere Hand, und laut ansagen: „Leine kommt!“

Pflege

  • Leinenenden mit einem Takling oder Schrumpfschlauch sichern, damit sie nicht ausfransen.
  • Salz ausspülen, wenn Zeit ist. Salzkristalle machen Tauwerk steif und scheuern es auf.
  • Scheuerstellen an Klüsen und Kanten mit Schläuchen schützen.
  • Eine Leine unter Last nie ganz von der Klampe nehmen, sondern kontrolliert fieren.

Aus meiner Praxis

Ordentlich aufgeschossene Leinen sind für mich ein Zeichen für ein entspanntes Boot. Wer in Ruhe eine Leine aufschießt, kommt dabei oft selbst zur Ruhe. Und im Ernstfall läuft sie ohne Kinken aus.

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