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Winde im Mittelmeer
Im Mittelmeer haben die Winde Namen, und jeder hat seinen eigenen Charakter. Wer sie kennt, plant seine Etappen besser und wird seltener überrascht.
Adria
- Maestral (NW)
- Der Sommerwind Dalmatiens. Setzt gegen Mittag ein, weht mit 3 bis 5 Beaufort und schläft am Abend wieder ein. Ein Zeichen für stabiles Schönwetter.
- Bora (NO)
- Kalter Fallwind von den Bergen, sehr böig, kann innerhalb von Minuten auf Sturmstärke zulegen. Warnzeichen: eine Wolkenwalze auf den Gipfeln und plötzlich klare, kühle Luft.
- Jugo (SO)
- Warm und feucht, baut sich über ein bis zwei Tage auf und bringt hohe, lange Wellen und oft Regen. Viele Häfen auf Südostseiten werden dann unruhig.
Westliches Mittelmeer
- Mistral (NW bis N)
- Strömt durch das Rhônetal in den Golfe du Lion, oft 6 bis 8 Beaufort, bei klarem Himmel. Reicht bis Korsika und Sardinien und verstärkt sich in der Straße von Bonifacio.
- Tramontana (N)
- Kalter Nordwind über den Pyrenäen und den Balearen. Macht die Nordküste Mallorcas ungemütlich.
- Libeccio (SW)
- Feucht und kräftig, besonders an der Westküste Korsikas, mit hoher Dünung.
- Levante (O)
- Ostwind an der spanischen Küste und den Balearen, oft mit grauem Himmel und kurzer Welle.
Aus Afrika
Der Scirocco (Südost) kommt heiß und trocken aus der Sahara, nimmt über dem Meer Feuchtigkeit auf und bringt manchmal roten Staub mit. In der Adria heißt er Jugo.
Thermik
An vielen Küsten entsteht im Sommer ein Seewind: Das Land heizt sich tagsüber auf, die Luft steigt, kühle Luft vom Meer strömt nach. Nachmittags weht er am stärksten, nachts dreht er zu einem schwachen Landwind. Daher am Vormittag oft wenig Wind, am Nachmittag gutes Segeln.